Kindergarten, Schlaraffia


Ehemaliger Kindergarten von Leiselheim, erbaut im Jahre 1933. Der Träger dieses Kindergartens, war die evangelische Kirche. In dem eingeschossigen Bau war ein moderner großer Raum für die Kinder und nebenan ein Spielplatz. Die Schwestern wohn­ten in dem zweigeschossigen Haus nebenan. - Seit 1980 beherbergt dieses Haus die Vereinsräume der Schlaraa.

   




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Geschichte zum Haus
von Richard Roschy

Der Kindergarten in der Bachstraße

Bei geordneten Zeitläufen wäre es dem „Frauen- und Jungfrauenverein“ von Leiselheim unmöglich gewesen, die Schulden für den ersten Kindergarten in der Pfeddersheimer Straße abzutragen. Die große Inflation des Jahres 1923 machte dies erst möglich. Der Vorstand des Vereins aber versäumte es, die Bürgschaft der politischen Gemeinde löschen zu lassen, und diese machte verstärkt von ihrem Recht Gebrauch, über die Belange des Kindergartens mitzubestimmen. Der Streit entzündete sich an der Kindergartenschwester. Die bürgerliche Gemeinde bevorzugte freie Schwestern, der Nachfolger von Pfarrer Kappesser, Pfarrer Schell, bestand aber auf Schwestern aus einem religiösen Mutterhaus. Der Meinungsstreit über diese Frage spaltete in der politisch unruhigen Zeit die Einwohnerschaft Leiselheims und der Riss ging selbst durch Familien.

Die politische Gemeinde aber saß am längeren Hebel und meldete ihr Besitzrecht am alten Kindergarten an. Die Kirche indessen sah sich gezwungen, ein neues Gemeindehaus mit integriertem Kindergarten zu bauen, denn in den alten Kindergarten zog 1933 die Bürgermeisterei ein. Im neuen, 1934 fertig gestellten Kindergarten in der Bachstraße betreuten fortan zwei Schwestern aus dem Mutterhaus St. Chrischona bei Lörrach die Kinder. Der kurze Zeit später in der Turnhalle eingerichtete Konkurrenz-Kindergarten (der so genannte „Hitler-Kindergarten“) hat keine Spuren im Gemeindeleben hinterlassen. Verantwortlich für den neuen Kindergarten in der Bachstraße war die Kirchengemeinde. Die Aktivitäten des „Frauen- und Jungfrauenvereins“ enden somit im Jahr1934. Neue gesetzliche Vorgaben in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gestatteten eine so große Zahl von Kindern in dem einen Raum nicht mehr. Ein Erweiterungsbau war jedoch hier nicht möglich. So war die Errichtung eines neuen Kindergartens nötig. Der neu errichtete „Bartimäus-Kindergarten“ nahm am 3. Februar 1980 in der Bertha-von-Suttner-Straße seine pädagogische Arbeit auf. - Nach jahrelangem Leerstand übernahm die „Schlaraffia“ den zweiten Leiselheimer Kindergarten als Vereinslokal.

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